Wissenswertes über Neobroker

neobrokerEs ist erst fünf Jahre her, als der erste Neobroker in den USA eine kleine Revolution lostrat, die sich im Lauf der Jahre auf die ganze Welt ausgeweitet hat. 2019 haben auch erstmals deutsche Startups angefangen, Neobroker auf den Markt zu bringen, um auch hierzulande den Investmentsektor aufzumischen.

Wie funktionieren Neobroker?

Noch bis vor wenigen Jahren konnte man nur bei Banken Wertpapiere handeln. Dass Fintech-Unternehmen (Fintech = Akronym von „Financial Technology“), die Banken nur zur Abwicklung der Transaktionen benutzen, ihren Kunden direkt einen Zugang zur Börse bereitstellen, ist neu. Meldet man sich bei einem Neobroker zum Wertpapierhandel an, wird das Depot bei diesem eröffnet. Um die Verwaltung kümmert sich dann die Bank, mit der der Neobroker kooperiert. Das heißt für die Kunden, dass sie kein Wertpapierdepot bei einer Bank eröffnen müssen.

Der Handel mit Aktien und Co. spielt sich für den Kunden dann ausschließlich in der Neobroker-App ab. Von dort wird ein Kauf oder Verkauf an den Börsenplatz oder die Börsenplätze vermittelt, mit denen der Neobroker zusammenarbeitet.

Wie unterscheiden sich Neobroker von Banken?

Der größte Unterschied zwischen Neobrokern und Banken ist, dass Erstere sich im Finanzsektor nur auf den Börsenhandel beschränken, und keine weiteren Dienste wie zum Beispiel Zahlungsverkehr und Kreditvergabe anbieten. Durch die Konzentration auf nur einen Bereich, nämlich das Investmentbanking, haben die Entwickler von Neobrokern einen viel kleineren Mitarbeiterstamm und Infrastruktur, deren Kosten sie decken müssen. Aus diesem Grund ist es ihnen möglich, ihre Dienste im Vergleich zu Banken besonders günstig anzubieten.

Während bei Banken das Führen eines Wertpapierdepots häufig mit jährlichen Gebühren verbunden ist, ist dies bei einem Neobroker grundsätzlich kostenlos.

Auch was den Wertpapierhandel an sich betrifft, sind Neobroker oft um einiges günstiger als Banken. Letztere erheben für Transaktionen oft Gebühren und zweigen sich für die Vermittlung an einen Börsenplatz eine Provision ab, die sich nach der Höhe des Ordervolumens richtet. Dagegen treten Neobroker mit besonders günstigen Ordergebühren auf den Plan. Bei manchen entfallen diese Gebühren sogar komplett.

Wie finanzieren sich die Neobroker?

Manch einer fragt sich nun, wie sich die Anbieter von Neobrokern es sich leisten können, ihre Dienste fast zum Nulltarif anzubieten. Die Antwort auf diese Frage ist einfach: die Neobroker vermitteln die Orders ihrer Kunden fast ausschließlich an außerbörsliche Handelsplätze. Dort fallen keine Makler-Courtagen und Börsenplatzgebühren an wie an der klassischen Börse. Außerdem bekommen die Neobroker für jede vermittelte Transaktion eine Provision vom außerbörslichen Handelsplatzbetreiber, über die sie ihre Umsätze erwirtschaften.

Vor- und Nachteile des außerbörslichen Handels

Der außerbörsliche Handel hat für Kunden sowohl Vor- als auch Nachteile. Ein klarer Vorteil sind die geringen Gebühren. Dem gegenüber stehen etwas schlechtere Kurse als bei der klassischen Börse. Beim Handeln auf außerbörslichen Handelsplattformen sollten Anleger daher darauf achten, dass sie die dort angebotenen Kaufs- und Verkaufspreise mit jenen an der „echten“ Börse vergleichen. Viele außerbörsliche Handelsplätze, wie zum Beispiel die von der Börse München betriebene gettex orientieren sich jedoch sehr stark an realen Börsenkursen, sodass die Abweichungen oft nur minimal sind.

Welche Börsenprodukte kann man bei einem Neobroker handeln?

Meist haben die Neobroker eine große Auswahl an Aktien, Fonds, ETFs und Derivaten (Zertifikate, CFDs, Optionsscheine) im Programm. Manche Anbieter wie das Kölner Fintech-Unternehmen nextmarkets haben auch eigene Produkte im Angebot, zum Beispiel den Spar-CFD, der sich hauptsächlich an konservative Anleger richtet, die auf der Suche nach einer risikoarmen Alternative zum Tagesgeldkonto sind.

Oft entfällt bei Neobrokern auch die Mindestinvestitionshöhe, sodass man schon kleine Beträge an der Börse investieren kann. In diese Kategorie fällt auch das Fractional Trading, das manche Neobroker anbieten. Anleger können hier nur einen Bruchteil einer Aktie kaufen und so vor allem bei sehr hochnotierten Aktien an deren Wertentwicklung partizipieren.

Quelle: Tipps24-Netzwerk - HR
Foto: Pixabay / CCO Public Domain / sergeitokmakov

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